Irgendwas ist immer…

Kennt Ihr das?

Geistert Euch dieser Satz auch öfter durch den Kopf?

Ich muss gestehen, von mir wurde diese Floskel erst ab dem 40er so richtig wahrgenommen.

Das war die Zeit, in der ich einige Jahre an einer Privatschule plus Kindergarten an der vordersten Front mitwirken „durfte“. (Mehr dazu gibt es in meinem Buch: „Mann, bist du gut, Frau!“)

Damals war es fast wie ein „kosmisches Gesetz“, dass wenn es in der einen Institution gerade so richtig rund lief, es in der anderen krachte. Und die Vielfalt der Probleme war enorm. Eine liebe Kollegin benutzte dann stets diesen Satz: „Irgendwas ist immer!“

Ja, da ist was dran.

Nun liegt diese Zeit schon einige Jährchen hinter mir – aber diese Weisheit hat auch in anderen Lebenslagen ihre Berechtigung.

Wenn ich glaubte, das Leben plätschert gerade ruhig vor sich hin, dann gab es oft einen ordentlichen Ruckler und vorbei war es mit der Beschaulichkeit.

Beispielsweise auch als Mama darf ich mir dessen bewusst sein.

Für alle jungen Mütter – vielleicht solltet Ihr die nächsten Zeilen überspringen. 😉

Die bekannten Probleme der Kleinkind-Zeit sind uns noch gegenwärtig.

Durchwachte Nächte, weil das Baby zahnt. Kleinkinder, die fiebernd oder durch eine Magen-Darm-Grippe uns als Krankenschwester brauchten. Danach die verschiedenen Ereignisse in der Schule, in denen wir die Nachhilfelehrerin spielten oder als Beraterin in Freundschaftsproblemen agierten. Hier manövrierten wir unsere Kinder durch und standen ihnen zur Seite. Jedoch muss ich feststellen, dass dieser Spruch auch in späteren Jahren noch immer Gültigkeit hat. Natürlich verlagert sich die Problematik, aber als Mama entkommt man dieser „Mitfühl-Sorge-Energie“ sehr schlecht. Außerdem hat das Muttertier als Trostspenderin und Ratgeberin ausgedient. Einfach nur da sein, mitleiden, mitfühlen und dem Kind die eigenen Erfahrungen sammeln lassen. Ja, das ist nicht immer einfach! Aber laut meinen Freundinnen gibt es auch hier eine Bandbreite an Problemen, die sich mit den Jahren verändern und trotzdem unsere Aufmerksamkeit verlangen. 

Ebenso im Berufsleben stehen immer wieder neue Herausforderungen vor uns.

Sei dies als Arbeitnehmer oder Selbstständiger. Hier können alle möglichen und unmöglichen Faktoren eine Rolle spielen. Wie etwa die heurige Corona-Krise – mit so etwas rechnet doch wirklich kein Mensch. Da muss dann jeder flexibel handeln und die Gehirnzellen dürfen in alle Richtungen kreisen.

Daneben gibt es auch noch andere Bedingungen wie Saisonabhängigkeit, Wetter, Auftragslage, Krankenstände, Personalmangel, schlechtes Betriebsklima und so weiter, welche unvorhergesehen ein Arbeitsumfeld beeinflussen können. Manchmal steht sogar ein Berufswechsel oder kompletter Neuanfang bevor. Das erfordert Kraft und Ausdauer. 

Ja, und sollte in diesen Bereichen gerade alles wunderbar klappen, dann kann es passieren, dass eine gute Freundin oder eine andere lieb gewonnene Person in einer Krise steckt und wir denen  natürlich auch geistig, körperlich sowie seelisch beiseite stehen. 

Besonders tragisch sind Krankheiten, die manchmal ebenso den Lebensfluss bremsen. In meinem Alter bemerke ich leider, dass diese in meinem Umfeld auch vermehrt auftreten. 

Unvorhergesehene, unangenehme Ereignisse gibt es somit in allen Lebensbereichen und immer wieder. 

So ist das Leben!

Wer jetzt glaubt, ich habe nun die „Wuderwuzzi-Lösung“ für all diese Dinge, welche uns im Leben begegnen, den muss ich leider enttäuschen.

Ich kann nur von meiner Warte aus sprechen.

Für mich ist es immer gut, wenn ich bei einem Problem einen Plan habe. Dann kann ich mich an etwas halten und an der Lösung arbeiten – das gibt mir Sicherheit. Allerdings gibt es nicht immer einen Plan und es gilt abzuwarten. Das Gefühl, dass ich dann nicht einwirken kann und praktisch tatenlos ausharren muss, ist für mich sehr schwer. In so einem Fall hilft mir einfach nur darüber zu sprechen. Dann müssen eben Freunde und Freundinnen herhalten und dürfen sich meine Sorgen anhören. Das hilft mir ungemein. Ich erwarte hier auch keine Lösung meiner Probleme, allein das Zuhören, Verstehen und das Gefühl nicht allein zu sein tut gut.

Schön, dass es diese wertvollen Menschen gibt, mit denen wir offen reden können und welche loyal in turbulenten Zeiten für uns da sind. Mit einer  „Schönwetter-Freundin“, welche sich bei Krisensituationen vertschüsst, wird sich der Kontakt in solchen Zeiten sowieso auflösen. Aber auch daraus lernen wir. 

Natürlich versuche ich ebenfalls für meine Nächsten, FreundInnen sowie Liebsten da zu sein und sie zu unterstützen, so gut es geht. 

Und eines ist mir in meinem tiefsten Inneren auch klar – meist geht es nach einer Talfahrt wieder bergauf und vieles ist zu schaffen. Dieses Vertrauen ruht in mir – obwohl es manchmal überlagert wird, kommt es doch immer wieder zum Vorschein.

Hinterher haben solche Krisen oft sogar einen Sinn. Nicht immer kann ich das erkennen – aber bei manchen war dies offensichtlich der Fall. 

In all den Wirrnissen des Lebens dürfen wir nicht vergessen auf uns zu hören, uns manchmal zu verwöhnen und den Humor nicht ganz zu verlieren… 

 

Übrigens, mein Buch „Mann, bist du gut, Frau!“ gibt es um € 19,90 bei mir unter: marlies@herbsthofer.com zu bestellen! 🙂

 

2 Gedanken zu „Irgendwas ist immer…

  1. Genau daran wächst man doch 🤭 . Bei mir plätschert nicht einen Tag irgendwas vor sich hin. Immer irgendwas los. Mir wäre bei der Plätscherei schon was unheimlich 😂

    1. Ja, wie du sagst – genau daran wächst man. Das habe ich gemeint 😉 . Der ganz normale „Alltagswahnsinn“ ist sowieso allgegenwärtig, den ich als „Plätscherei“ bezeichnete… Allerdings gibt es manchmal auch noch Herausforderungen, die einem „unheimlich“ vorkommen, die man sich gerne erspart hätte, solche die einen ordentlichen Umbruch einleiten – die aber trotzdem, wenn man sie im Nachhinein betrachtet, einen Sinn ergeben. Also eher Begebenheiten die etwas mehr als „immer irgendwas los“ bedeuten… 🙂 . Viel Spaß beim Wachsen und in deinem turbulenten Alltag – irgendwas ist ja immer 😉 . Liebe Grüße M.

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