Beständigkeit & Weihnachtsfieber

Beständigkeit & Weihnachtsfieber

Mit der Beständigkeit ist es nicht immer so einfach. Hat man sich an etwas gewöhnt, kann es in unserer schnelllebigen Zeit schon flugs wieder vorbei sein. 

Menschen die einem mit der einen oder anderen Eigenheit ans Herz gewachsen sind, oder auch nicht, machen sich auf den Weg und verschwinden aus dem Blickfeld. In meinem Alter sind das meist Menschen, die sich noch mal finden möchten und sich dadurch auf die Suche machen. Also sind diese zeitlichen Begleiter beständig, hinterm Horizont der Selbstfindung, verschwunden.

Aber auch verschiedene Dinge des täglichen Lebens haben an Beständigkeit eingebüßt.

Nehmen wir beispielsweise das Telefon. Früher stand dieses beige oder in Ausnahmefällen linsengrüne Ding im Vorraum und war uns jahrelang ein treuer Begleiter. Eigentlich jahrzehntelang. Nun hat jedes Familienmitglied so ein flaches Teil bei sich, auf dem fleißig herumgewischt wird und welches nicht nur zum Austausch der Sprache dient. Wir verwenden es auch oft zum Fotografieren oder  Surfen im weltweiten Netz. Außerdem benutzt man es zur Kontaktherstellung mit einer Unmenge an Freunden, welche man zwar nicht persönlich kennt, die sich aber dennoch täglich in diesem „Alleskönner-Telefon“ treffen. Doch so wundervoll dieses Teil auch ist, nach ca. 3 Jahren kann man es gegen ein neues tauschen. Weil irgendetwas nicht mehr richtig funktioniert. Bei mir ist dies leider meist der Zeitpunkt, an dem ich erst beginne dieses komplizierte Ding zu verstehen. Also nix mit Beständigkeit und Technik. 

So ist es auch mit der Mode. Hat man sich endlich an den Anblick von den vorgegebenen Looks gewöhnt, sind sie auch schon wieder vorbei. Also dürfte sich die Schnelligkeit und Unbeständigkeit in unserem modernen Leben, in allen Bereichen kontinuierlich durchziehen.

Doch da gibt es eine Zeit im Jahr die Beständigkeit aufweist. 

Und das ist die Weihnachtszeit. 

Regelmäßig Anfang Oktober erinnern uns Schokoladen Nikoläuse daran, dass es bald wieder soweit ist und die stille Zeit vor der Tür steht. Diese stille Zeit, die dann doch ständig sehr laut um die Ecke kommt. Mit diversen Adventsausstellungen und den Weihnachtsmärkten geht es beständig nach dem jährlichen Wiederholungsmuster weiter. „Glühweinkonzentratgeschwängerte“ Luft, begleitet von der entsprechenden musikalischen Untermalung, welche sich nie ändern wird, erreichen unsere Sinne und lullen uns ein.

Die verpflichtenden Weihnachtsfeiern gleichen sich ebenfalls fast jedes Jahr – sogar das angebotene Essen weicht selten der Tradition. Manchmal beschleicht mich sogar das Gefühl jährlich die gleichen, beziehungsweise ähnlichen Gespräche zu führen. Das Backen der Weihnachtskekse steht ebenfalls beharrlich am Programm. Das heißt bei mir sogar, dass sich deren Aussehen auch nicht verändert – leider schon gar nicht positiv. Weiters werden wieder die gleichen Filme geguckt, um sich total in das Weihnachtsfeeling einzugrooven. 

Eine ganz große Beständigkeit hat auch das vergebliche Warten auf den heiß ersehnten Schnee. Auf den jährlichen Warmwettereinbruch kurz vorm 24. Dezember ist schließlich wirklich Verlass. 

Diese letzten Wochen im Jahr haben Beständigkeit…

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