Aug in Aug mit dem Zahn der Zeit

 Ich und meine eingefleischte Mädelsrunde fühlen uns im Grunde noch jung und aktiv. 

Da wir alle beruflich ziemlich gefordert sind, sowie zusätzlich noch Heim, Herd und „Drumunddran“ zu versorgen haben, wird uns nicht fad. 

Wir stehen mitten im Leben. 

Obwohl unsere Kinder bereits aus dem Gröbsten entwachsen, manche sogar erwachsen sind, gibt es trotzdem einen dicht gefüllten Alltag. 

Doch nun haben wir festgestellt, dass sich unsere Gespräche bei einem „after work-drink“ in den letzten Jahren etwas verändert haben. 

Früher standen die Probleme mit der Versorgung unserer Brut, das tägliche Organisieren des Tagesablaufes, sowie Freizeitplanungen bei unseren Treffen an erster Stelle. Manchmal schwenkte unser Fokus auf das „objektive“ Erörtern gesellschaftlicher Merkwürdigkeiten. 😉

Dies waren unsere vorrangigen Themen. 

Das waren unser Alltag und unsere Sorgen. 

Was hat sich verändert? 

Immer öfter ertappen wir uns beim Analysieren von Wehwechen, die uns nun oft heimsuchen. Es wird uns bewusst, dass ständig jemand von einem Zwicken, samt dazugehörigem „Aua“ zu berichten hat. Jede hat so ihre körpereigene Baustelle, die gewartet oder gar renoviert werden muss. Die Beschwerden des Bewegungsapparates sind schon fast eine Dauereinrichtung. Dazu gesellen sich nun auch andere komische Defizite. Beim Betrachten und Bequatschen dieser Schwachstellen werden dann auch fleißig Telefonnummern verschiedener Ärzte, Therapeuten, Masseure oder sonstiger „Körperfachkräfte“ ausgetauscht. 

Früher waren das eher Empfehlungen für Restaurants, Cafés, Frisöre oder neuer Shoppingtempel. Der Zahn der Zeit nagt sogar an uns aktiven Powerfrauen – die täglich ihre „Frau“ stellen müssen. Das wirklich Besorgniserregende ist aber unser Durchhaltevermögen bei diesen Treffen. 

Haben wir einst die schwarze Luft der Nacht genossen, dabei die Zeit übersehen und uns so richtig lebendig gefühlt, hat dieses Phänomen nun seine Grenzen. 

Die innere Uhr lässt uns nach dem eingespeicherten Ende des Hauptabendprogrammes, also genau um 21:45 das erste Mal gähnen. Da dies ansteckend ist, überfällt uns schlagartig Müdigkeit und die Vernunft flüstert zusätzlich den Terminplan des nächsten Tages ins Ohr. 

Also ab nach Hause, in die gemütliche waagrechte Lage.

Doch wir sind zuversichtlich, denn meist können wir im Laufe des Gespräches über uns selbst lachen und dann übernimmt die Leichtigkeit wieder das Ruder.

Trotzdem ist es schön, dass alles seinen Platz und Raum haben darf und jede auch mal jammern kann. Denn immer läuft das Leben nicht so glatt wie man gerne hätte. Es tut gut, wenn man das loswerden kann und verstanden wird. Danach schaut die Welt meist schon wieder etwas schöner aus. Und das neueste „Aua“ verblasst – denn wir merken, dass wir doch alle in einer neuen Zeitzone gelandet sind. 

Darum ist es wichtig im Alltag unsere Treffen nicht zu vernachlässigen, denn das wäre schade! 

Auch wenn es irgendwo zwickt und das Bett ruft…

 

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