Mobbing-Fiasko

 

Kürzlich las ich in der „Kleinen Zeitung“ einen Artikel, der von Mobbing bei Kindern in unserem Land handelte.

Die Bildungspsychologin Christiane Spiel erklärte einige Ursachen und regte mich zum Nachdenken an. 

Schon der Titel des Berichtes: „Fehlt unseren Kindern die Empathie?“ (von Petra Prascsaics) hat in meinem Gehirn einige Furchen gezogen.

Anscheinend befindet sich Österreich bei Mobbing in Schulen schon lange im Spitzenfeld.

Von 27 untersuchten Ländern haben wir die höchste Mobbingrate vorzuweisen.  

Laut Bericht ist dieser Anteil bei uns doppelt so hoch wie im OECD Schnitt, und fünfmal höher als in Schweden.

Hmmm…was ist da los?

Müssen wir uns alle an der Nase nehmen und in unserer Erziehung mehr Empathie vermitteln?

Offensichtlich ist dies dringend notwendig!

Hier geht es darum Verantwortung zu übernehmen und klar gegen Gewalt aufzutreten.

Kindern vor Augen zu führen wieviel Leid und Not durch so ein Verhalten entstehen kann. 

Solche Mobbingopfer können durchaus an massiven Folgeschäden leiden, welche schlimmstenfalls sogar mit einem Suizid enden können.

Kinder sollten lernen Ungerechtigkeiten zu erkennen und Schwächere zu unterstützen. 

Kleine Wendehälse die froh sind nicht selbst Opfer zu sein und durch ihr ständiges Wegsehen ebenfalls die Täter unterstützen, sind später für unsere Gesellschaft auch nicht unbedingt ein Gewinn.

Mitläufer die sich hinter den vermeintlich Stärkeren stellen, um eventuell Anerkennung zu finden, oder gar um nicht selbst Opfer zu werden, sind ebenfalls Täter. 

Geradeso sind auch PädagogInnen gefordert und müssen offen sowie hellhörig agieren. Konsequentes Auftreten gegenüber Mobbing oder Gewalt und zwar in jeder Form ist hier unbedingt erforderlich. 

Das Stärken der Gruppe durch gemeinsame Aktivitäten, denn jeder hat seinen Platz in der Gemeinschaft, sollte eingebaut werden!  

Teambuilding wäre anzustreben. 

Aufmerksam gewaltsame Handlungen (da meine ich auch verbale Gewalt!) wahrnehmen und vehement dagegen einschreiten.

Vor Jahren habe ich einen Mobbingfall in einer Schule hautnah mitbekommen. Das mehrmalige Gespräch der Mutter mit den PädagogInnen führte in eine Sackgasse. 

Das Problem wurde verharmlost und verleugnet.

Der Sportunterricht wurde für diesen Schüler zum Hürdenlauf, aber nicht im sportlichen Sinne, sondern um dem gewalttätigen Mobber aus dem Weg zu gehen, der keine Gelegenheit ausließ das Kind zu attackieren, wenn der Sportlehrer einmal nicht in der Nähe war. Die Pausen waren für diesen Burschen unendlich lang und bestanden aus Minuten zählen, sowie ständigen Ausweichmanövern um dem Halbstarken mit seinen coolen Anhängern zu entkommen. 

Es war einfacher vom Lehrpersonal wegzusehen, als Maßnahmen zu ergreifen, sowie die Täter als „liebenswürdige Gangerl“ zu bezeichnen und dadurch die Situation zu beschönigen.

Das Eingreifen von Seiten der PädagogInnen bedeutet ja oft auch vermehrten Einsatz und zieht möglicherweise „Scherereien“ hinter sich, denen man sich somit entziehen kann.

Wird mit dieser Problematik so umgegangen, darf man sich mit dem schlechten Abschneiden in der oben erwähnten Studie nicht wundern – und das ist sehr traurig!

„Die Welt ist viel zu gefährlich, um darin zu leben – nicht wegen der Menschen, die Böses tun, sondern wegen der Menschen, die daneben stehen und sie gewähren lassen.“ (Albert Einstein)

Mobbing wird ebenfalls in meinem Buch thematisiert: „Mann, bist du gut, Frau!“ – erhältlich um 

€ 19,90 (frei Haus) unter: marlies@herbsthofer.com 

 

 

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