Maskenparade

Nun ist wieder Faschingszeit! 

Allerlei bunte Veranstaltungen, mit oder ohne Masken, locken zur allgemeinen Belustigung. 

Bei mir hat sich das Interesse an solchen Events irgendwann im jungen Erwachsenenalter vertschüsst. Angeordnete Lustigkeit mit fröhlichem Schenkelklopfen dürfte nicht mehr meinem Humor entsprechen. 

Mir bereitet ja schon Silvester gewisse Schwierigkeiten. Alle Menschen rundherum in fröhlicher „Bussilaune“ schaffen es komischerweise nicht, mich in ihren Bann zu ziehen. Auch das ein oder andere Gläschen mit dazugehörigem Stößchen, sowie nettem Smalltalk, gefolgt von einlullender „Prosecco-Stimmung“ schafft es nicht mich auf die rosa Wolke zu beamen.  

Aber noch mehr Probleme verursachen mir eben diverse Veranstaltungen mit Verkleidungen.

Diese Abneigung dürfte ich seit frühester Kindheit in mir tragen. Ich befürchte hier liegt ein Trauma, welches mit gruseligen Masken einhergeht, zugrunde. Halloween, Perchtenläufe und eben Faschingsveranstaltungen bescheren mir eher Herzklopfen und Schweißausbrüche, als den notwendigen Unterhaltungswert. Ja, dieses Manko könnte ich eventuell einmal therapeutisch analysieren, um den Ursprung in meinem tiefsten Inneren zu finden und zu beheben. 

Aber irgendwie finde ich dies nicht als besonders dringlich, denn das Leben hat auch sonstige unterhaltsame Stunden zu bieten. Außerdem fällt mir das Fernbleiben bei solchen Veranstaltungen sowieso nicht schwer. 

Eine ganzjährige Maskerade im täglichen Leben ist zusätzlich sowieso allgegenwärtig und das reicht mir an Kulisse völlig!

Vielleicht ist es mir auch einfach nur zu verwirrend die im Alltag getragenen Masken auch noch maskiert anzutreffen. Die Entlarvung entwickelt sich somit sehr kompliziert – denn die Maske hinter der Maske zu entdecken, kann ganz schön anstrengend sein. 

Manchen möchte man gar nicht demaskiert begegnen. 

Die EndTäuschung ist oft groß. 

Dabei sind diese Verkleidungskünstler nicht unbedingt mit furchteinlösenden Larven unterwegs. Nein, hier überraschen gerade die lieblichen, angepassten Masken. Das Trugbild mit dem perfekten Auftreten. Hinter dieser Fassade verbirgt sich oft ein gar nicht so lieblicher Charakter, und meist wäre man froh ihn nicht entdeckt zu haben. 

Denn die ganze schöne Scheinwelt ist somit zerstört. 

Authentische Menschen, mit eigener Persönlichkeit und einem Humor der aus der Tiefe kommt, vermögen mich zu unterhalten. Diese Menschen bereichern mein Leben. Gemeinsames Lachen passiert hier eher nicht anlassbezogen – sondern spontan und echt. 

Bei diesen Typen kreist nicht die ganze Aufmerksamkeit um ihr eigenes Wirken nach außen hin. Dies ist so erfrischend in dieser gefakten Zeit, in der man entweder Gruselmasken oder nur das süßeste „Schokoladenseitenantlitz“ zu Gesicht bekommt. 

 

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