GRENZEN ziehen kann den Horizont beGRENZEN

Gestern habe ich begonnen mir die neue Staffel der Netflix Serie „Chef’s Table“ reinzuziehen. 

Diese Serie ist für „Kochjunkies“, Bewunderern wahrer „Küchengötter“ und Liebhaber von Lebensmitteln ein Muss. Grandiose Bilder und Aufnahmen, sowie die Geschichte zu den jeweiligen KöchInnen werden beeindruckend dargestellt. 

Gleich zu Beginn habe ich die Folge von Cristina Martínez angesehen und diese unglaubliche Lebensgeschichte geistert seitdem in meinem Schädel herum. Sie wurde mit ihrem Restaurant „South Philly Barbacoa“ in Philadelphia vom Magazin „Bon Appétit““ zu den 10 besten KöchInnen des Landes prämiert. Das ist schon recht beachtlich, doch angesichts ihrer Geschichte einfach phänomenal! Cristina ist Mexikanerin und in die Vereinigten Staaten geflohen, um ihrer Tochter eine Schulausbildung in Mexiko zu ermöglichen. Keine einfache Entscheidung für eine Mutter, dennoch die beste für die Zukunft ihrer Tochter. Diese starke, mutige Frau hat alles zurückgelassen und ist nach einer anstrengenden, kräfteraubenden Flucht schließlich im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ gelandet. Sie hat in Küchen gearbeitet und schließlich auch einen netten amerikanischen Mann kennen und lieben gelernt. Schließlich haben sie gemeinsam  ein Restaurant eröffnet und nun kocht sich diese Frau erfolgreich in die Herzen der Menschen. Das Problem an dieser Erfolgsstory ist: Sie ist nach wie vor ILLEGAL in diesem Land! Trotz der Heirat und ihres hart erarbeiteten Erfolges, ist es diese engagierte Frau nicht wert nach den Parametern des „westlichen Wertesystems“ eine Aufenthaltsgenehmigung zu ergattern. Durch ihre Bekanntheit versucht sie auf die Probleme der Einwanderer aufmerksam zu machen und die Menschen zu sensibilisieren. Und dies ohne Angst vor Konsequenzen! 

Wow – was für eine Powerfrau!

Mich hat diese Geschichte unendlich berührt. Wir leben in Zeiten in denen Grenzen hochgezogen werden. Menschen flutschen einfach in Schubladen in welchen nach Hautfarbe, Abstammung, Kultur etc. geordnet wird. Nicht der Mensch mit seinen Fähigkeiten, Werten, Ideen, Stärken wird gesehen, nicht seine Tatkraft oder gar Grips werden erkannt, sondern jeder wird lediglich nach seinem „zufälligen“ Geburtsort“ abgestempelt. Wie hinterwäldlerisch ist dieses Verhalten? Und das nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa. Wie eingebildet sind wir? Was veranlasst uns so zu denken? 

Ich möchte nicht politisch wahrgenommen werden, das liegt mir fern. Denn dieses Feld mit seinen Machenschaften, sowie Manipulationen entzieht mir so viel an wertvoller Energie und diese möchte ich diesen Zuständen nicht widmen. 

Mir geht es um menschliches Handeln und um Menschlichkeit. Und das ist doch nicht zu viel verlangt in unserer hochtechnologisch, zivilisierten Welt – oder? Schicksale und Geschichten menschlich betrachten, nicht nach Herkunft über Gut und Böse entscheiden, wären ein notwendiger Fortschritt. Denn bekanntlich gibt es eine Bandbreite von Verhaltensweisen, und nicht nur solche, die als tadellos bewertet werden. Diese finden wir in allen Ecken auf diesem Erdball – auch in unseren Regionen…

 

Mein Buch: „Mann, bist du gut Frau!“ kann bei mir direkt (frei Haus) bestellt werden unter: marlies@herbsthofer.com – oder ist nun auch auf Amazon erhältlich 🙂 

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