Ein Rückblick auf ein ungewöhnliches Jahr…

Normalerweise schreibe ich jährlich im Dezember einen Jahresrückblick!

Heuer funktioniert das irgendwie nicht.

Denn würde ich über 2020 schreiben, dann hätte ein Virus seinen großen Auftritt.

Und ich glaube dieses große „C“ hatte schon genug Aufmerksamkeit.

Oder sagen wir die Geschichten rund um diesen Virus.

Eigentlich schrieb ich bereits einige Zeilen meiner herkömmlichen Rückschau.

Jedoch merkte ich, dass dabei immer dieses Thema auftauchte und ich manchmal in einen gewissen Sarkasmus kippte – das möchte ich nicht.

Rechthaberische Tiraden hörten wir genug.

Dazu möchte ich mich nicht mehr äußern!

Eine liebe Kollegin meinte sogar, dass heuer nur Beiträge gut gelesen werden, wenn das Wort Corona draufsteht.

Dann wird dieser Rückblick nicht viele Menschen erreichen.

Ist so.

Solltest Du das jetzt trotzdem lesen, dann freue ich mich riesig.

Obwohl ich zugeben muss, dass es mich wirklich juckte über die Häupter selbstherrlicher Obrigkeiten etwas Sarkasmus zu schütten. Diese Show-Effekte mit einer selbstverliebten Starbesetzung gab es vermehrt auf dieser Welt – auch in unserem Land.

Politik, die sich auf Medienwirksamkeit fokussiert, bereitet mir Sorgen.

An dieser Front fehlte mir „Fachpersonal“, aus der wissenschaftlichen Fraktion. Ebenso vermisste ich bei einigen Hauptakteuren den Mut zum Eingestehen von Fehlern. Solche können, in so einer noch nie da gewesenen Situation, natürlich vorkommen – das ist menschlich. Jedoch dabei handelt es sich nur um meine bescheidene Wahrnehmung und deswegen möchte ich nicht näher darauf eingehen.

Außerdem musste ich feststellen, dass ich ein kompletter Exot, im wissenschaftlichen Bereich bin. Denn ich habe mich noch immer nicht zu einem Virologen, Mediziner oder gar Mikrobiologen weiterentwickelt. Obwohl dies heuer nahezu jeder schaffte. Ich dürfte hier völlig talentfrei sein. Deshalb bin ich wohl ein Verlierer in diesem Jahr, denn ich kann mich keiner Seite eindeutig zuordnen. Ich kann Statistiken noch immer nicht auswendig herunterleiern und schon gar nicht nach ihrer Richtigkeit beurteilen. Das liegt wohl auch daran, dass mir Buchstaben lieber sind als Zahlen.

Deswegen halte ich nun die Klappe, denn diese Diskussionen sind einfach nur ermüdend!

Und trotzdem spielt der Virus indirekt wieder die Hauptrolle.

Krisen bringen ja auch oft viel Gutes zum Vorschein – wird behauptet.

Das hört sich doch wundervoll an.

Vielleicht hat die Situation zum Nachdenken angeregt?

Was ist wirklich wichtig im Leben?

Wo stehen wir als Gesellschaft?

Ist Reduktion nicht auch oft befreiend?

Massiv spürbar ist dies für mich jedoch noch nicht!

Nun könnte ich anstatt einer Rückschau mit einem Wunsch beginnen.

Das Verlangen, dass sich dieser Virus endlich vertschüsst, wäre wohl naheliegend.

Jedoch gibt es auch rundherum einiges, welches mir ersehnenswert erscheint.

Da gibt es sogar jede Menge Wünsche.

Ich befürchte, manche wurden jedoch erst mit dem Auftreten unseres „viralen Problems“ sichtbar.

Denn in den letzten Monaten sind komische Eigenschaften ans Licht getreten, solche die man vorher nur ansatzweise spüren konnte. Nun wurden diese sehr gegenwärtig.

Wenn dies das Bewährungsjahr für uns als Gesellschaft war, dann bin ich hochgradig verunsichert.

Mein grundsätzlicher Wunsch geht deshalb uns alle an. Wir brauchen wieder mehr Empathie. Weniger von dieser überzeugten Überzeugung. Denn wenn wir auch glauben die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben, gibt es immer wieder Begebenheiten, die nicht eindeutig in schwarz oder weiß einzuteilen sind.

Vielleicht wäre es auch an der Zeit die Ellenbogen wieder ein bisserl zurückzufahren. Oft müssen wir unseren Blick etwas weiter schweifen lassen als nur bis zur eigenen Grundstücksgrenze. Nur ICH ist im Endeffekt auch zu wenig. Mehr WIR wäre schön. Bekanntlich ist der Mensch ein Beziehungswesen. Jedoch wird derzeit fast ausschließlich in Gesinnungen gedacht.

Hass und Wut trennen.

Manchmal dürfen wir uns hinterfragen denn nicht alles unter dem „Gesinnungs-Deckmäntelchen“ welches zum Aufschreien animiert, hat auch seine Richtigkeit.

Diese Art von Extremismus, mit der wir um uns schlagen ist brandgefährlich.

Macht mir persönlich Angst.

Die Kultur rund um die Meinungsäußerung, bereitet mir Gänsehaut.

Wut und Hass triefen aus allen Poren. Deswegen weiß ich nicht, ob es mit dieser Polarisierung, welche ja im Netz sowieso Hochkonjunktur hat, ein gutes Ende nimmt.

Diese vermeintliche Überlegenheit und belehrende Besserwisserei spalten gewaltig.

Das Klima ist teilweise gruselig.

Gehört zum Zusammenleben nicht auch einander zuzuhören?

Das gelingt allerdings nur wenn wir uns auf das Gegenüber einlassen. Dann könnten wir Verständnis für anderes denkende Menschen aufbringen. Meist steckt ja auch eine Geschichte dahinter. Womöglich sogar Angst. Dazu müssten wir Schritte aufeinander zugehen und nicht beharrlich in der „ICH HABE RECHT“ Position verharren. Das Gegenüber auch noch als dumm und dämlich oder gar als Idioten zu bezeichnen, ist ebenfalls nicht hilfreich. Die Fronten werden dadurch noch mehr verhärtet. Extremismus war noch nie gut. Und wir schlittern mit diesem Verhalten in eine gefährliche Situation.

Meinung ist wichtig und sich über gewisse Dinge Gedanken zu machen ebenfalls, allerdings darf dies auch menschlich geschehen. Darüber hinaus ist eine Meinung eben keine Tatsache!

Ich wünsche mir etwas Gelassenheit.

Bei manchen Dingen dürfen wir Abstand nehmen. Die Energie, die wir hier hineinstecken könnte, uns in anderen Bereichen sicherlich vorwärtsbringen.

Wir dürfen konstruktiv an unseren Plänen arbeiten oder gar an uns selber.

Mit Abstand betrachtet oder mit geändertem Blickwinkel, sieht vieles sowieso anders aus. Das könnte uns besänftigen. Zwischendurch sollten wir durchatmen, prüfen und abwägen ob dies unseren vor Wut triefenden Kommentar auch noch braucht – gerade im Netz. Nicht alles muss mit unserer Energie gefüttert werden. Manches dürfen wir sein lassen.

Solidarität war doch ein oft verwendetes Wort zu Jahresbeginn. Irgendwann geriet es wieder aus dem gängigen Sprachgebrauch. Ich hatte das Gefühl nach einigen Wochen wurde diese Haltung fad und kippte wieder in eine andere Richtung. Ich finde wir sollten dieses Wort wieder mehr einfließen lassen. Jedoch mit den damit verbundenen Taten. Denn Solidarität hört ebenfalls nicht bei mir oder bei meinem Nächsten auf. Auch nicht bei meinen Landsleuten mit der richtigen Religionszugehörigkeit und dem herkömmlichen, gängigen Lebenskonzept – sondern betrifft alle Wesen.

Oft habe ich das Gefühl, dass dieses Verhalten auch mit einer gewissen verwöhnten Bequemlichkeit zu tun hat. Veränderung ist nie lustig, jedoch dürfte es an der Zeit sein einiges zu überdenken. Dies zeigt uns die derzeitige Situation und der Zustand unserer Welt.

Wir sind hier alle nur zu Gast.

Eine Realität die auch gewisse machthaberische Schichten betrifft, welche meist in der westlichen Welt anzutreffen sind. Auch diese Menschen sind nur für gewisse Zeit anwesend. Und manchmal glaube ich dieses Privileg haben wir bald verspielt.

So manche Zukunftsforscher haben uns doch im Frühling die neue Bescheidenheit vorausgesagt. Hmmm, ich befürchte das können wir nun als prognostiziertes „Blabla“, gesehen durch eine rosa Brille, vergessen.

Wenn auch kurzfristig alles nach einem Aufatmen des Planeten aussah, sind wir doch stets bemüht das wieder schnell zunichte zu machen. Versäumtes müssen wir so schnell wie möglich nachholen. Ganz nach dem alten Prinzip: Schneller, höher, weiter!

Kaufräusche, als würde es kein Morgen geben, sind die Folge.

Wir haben das schon zwischen den Lockdown Pausen erleben dürfen.

Sind wir nicht alle sowieso schon mehr als pappsatt?

Ich muss mich selber auch immer wieder an der Nase nehmen.

Ich brauch zwar keine Shopping-Ausschweifungen, jedoch ich fahre gerne ans Meer, verbringe üblicherweise viel Zeit im Süden. Deshalb bin ich auch oft unterwegs. Ich möchte sogar irgendwann mal dortbleiben, dann fällt wenigstens die Fahrerei weg. Darum versuche ich an anderen Ecken einzusparen, um dem Planeten etwas Gutes zu tun.

Und da darf ich mich noch immer verbessern.

Ich muss mich am Riemen reißen, um nicht in einen bequemen Schlendrian zu fallen.

Aber nicht nur in diesem Bezug, darf ich mir Gedanken machen.

Nein, auch über die oben genannten Themen muss ich grübeln.

Ich darf vieles verbessern. Ich muss einen friedlichen Weg für mich finden. Auch wenn mir manches nicht gefällt, ich dabei ins Jammern kippe oder mich sonst irgendwie bemitleide, muss ich versuchen das Positive zu sehen. Ich muss das Leben so nehmen wie es derzeit daherkommt. Ich muss versuchen die schönen Momente noch mehr zu genießen. Ich muss vertrauen und hoffen.

Und wenn das Negative überwiegt, darf ich mich wieder mit einem persönlichen Rückzug selbst in Quarantäne schicken.

 

Das Leben ist nicht immer einfach – aber dennoch lebenswert!

Mit einem herzlichen Miteinander können wir dieses Gefühl noch steigern.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren Lieben ein gutes neues Jahr.

Mögen all Eure Wünsche in Erfüllung gehen…❤️

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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