ICH MACH MAL PAUSE!

Liebe Leser & Leserinnen, treue Begleiter & Begleiterinnen, sowie Freunde & Freundinnen meines Blogs.

Danke für Eure Treue, die zahlreichen Kommentare, Reaktionen und Feedbacks.

Seit nahezu 5 Jahren versuche ich mit meinen Texten den ganz normalen „Alltagswahnsinn“ zu beleuchten und in meiner „Gedankenwelt“ einzuordnen. Manchmal etwas kritisch, aber oftmals lustig versuchte ich der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. 

Ich wollte unterhalten, jedoch auch zum Nachdenken anregen.

Momentan ist bei mir allerdings die Luft etwas draußen, deshalb mache ich eine Pause!

Ich merke, dass ich mich von den sozialen Netzwerken distanzieren muss.

Mir graust teilweise schon, wenn ich Facebook & Co öffne.

Die herrschende Ellbogentechnik ist mir derzeit zu viel.

Wie ich schon oftmals schrieb, kann ich mit Extremismus nicht viel anfangen.

Momentan herrscht aber vermehrt das „Entweder-Oder“-Prinzip und die Vielfältigkeit geht verloren. 

Einen zusätzlichen Anstoß zu dieser Pause gab mir eine Bloggerkollegin, welche in letzter Zeit durch einen unmenschlichen Shitstorm angegriffen wurde. 

Wir Blogger schreiben und äußern uns in der Öffentlichkeit und das erfordert Mut. 

Oft geben wir viel Persönliches preis, manchmal auch um anderen Menschen in gewissen Situationen weiterzuhelfen. Wir versuchen eine Hilfestellung in verschiedenen Lebenslagen zu geben oder Denkanstöße. Nicht immer treffen wir dabei auf Gleichgesinnte und natürlich muss nicht jeder derselben Meinung sein. Jedoch Kommentare und verbale Attacken aus der untersten Schublade hat keiner verdient. Jeder verdient Respekt!

Vor allem wenn der Text einfach nur eine persönliche Perspektive darstellt, ohne jemanden anzugreifen.

So einen massiven Shitstorm erlebte ich noch nicht. 

Allerdings musste ich vor zwei Jahren auch Erfahrungen mit anonymen Drohungen, welche mir mit der Post zugesandt wurden, machen.

Ja, dies passierte nicht in nur den sozialen Medien sondern ganz „old school“. 😉 

Ich war verunsichert und glaubte natürlich, dass ich mich vielleicht bei dem damaligen Blog etwas zu weit aus dem Fenster lehnte. Eine befreundete Anwältin hat mir jedoch versichert, dass dies bei dem besagten Text definitiv nicht der Fall war. Obwohl ich mich dann bestärkt fühlte, waren diese Briefe, welche mehrmals wöchentlich in mein Haus flatterten, sehr beunruhigend. 

Die Situation in den Medien und in der Politik basiert heute oft auf Hetze. 

Das macht mich besonders nachdenklich. 

Ich habe ein massives Problem, wenn Minderheiten angegriffen werden. Wenn Menschen, die einer gewissen Lebensform, Religionsangehörigkeit oder Abstammung über einen Kamm geschert, in eine Schublade gesteckt und abgestempelt werden. Das so etwas im Jahr 2020 immer noch möglich ist, bereitet mir Magenschmerzen. 

Als ich am Sonntag beispielsweise vom Angriff auf die Grazer Synagoge und den Präsidenten der jüdischen Gemeinde las, war ich entsetzt.

Dabei überkommt mich eine Welle aus Scham, Unverständnis, Traurigkeit und leider auch Wut.

Toleranz, Verständnis und Weitsicht hört oft leider vor der eigenen Haustüre auf.

Dies ist auch so ein Puzzlestein, der mich zu einer Pause drängt.

Ebenso unreflektierte „Fakten“ die durch das Netz gejagt werden.

Wenn man sich die Mühe macht, um den Ursprung solcher hetzerischen „Wahrheiten“ zu hinterfragen, kann man oft erstaunt feststellen aus welchem schmuddeligen Eck diese teilweise kommen. Auch der politische Background ist beachtlich – denn hier wird mit komischen „Halbwahrheiten“ oder gar wissentlich mit „Unwahrheiten“ Stimmenfang betrieben. 

Und weil diese „Thesen“ so schön polternd daherkommen, sind sie besonders aufregend und anscheinend auch ansprechend. 

Ja, die sozialen Medien sind nicht zwingend sozial.

Viel wird von Liebe geredet und der Herzlichkeit – doch wirkungsvoller sind die reißerischen Postings. 

Ich spüre dabei unterschwellig eine gewisse Boshaftigkeit, Feindseligkeit, Oberflächlichkeit und Gemeinheit.

Ein Gegeneinander anstatt Miteinander.

Egoismus mit der „das steht mir zu Mentalität“ und Blicke, welche nicht mal bis zum Tellerrand reichen, geschweige denn darüber hinaus, ekeln mich an.

Deswegen, meine Lieben, werde ich nun eine Pause einlegen!

Wer weiß, vielleicht ändern sich die Umgangsformen ja bald und ein freundliches, wohlwollendes Miteinander tritt in den Vordergrund. 

Eine Atmosphäre, in der ich wieder positiv motiviert und in alter Frische loslegen kann.

Oder es braucht eben eine längere Phase…

 

Ich werde mir diese Zeit geben und somit meinen Rückzug antreten.

Alles Liebe (und damit meine ich auch wirklich LIEBE!)

Eure Mah-Lies

 

 

P.S.: Mein Buch gibt es weiterhin zu kaufen. Entweder in der Buchhandlung in Kaindorf, sowie in einigen weiteren Geschäften oder einfach unter: marlies@herbsthofer.com bestellen! 🙂

4 Gedanken zu „ICH MACH MAL PAUSE!

  1. Liebe Marlies, Respekt! Respekt vor dem, was du tust, schreibst und geschrieben hast! Respekt vor deiner Einstellung! Und möge deine „ Pause“ sich nur auf die sozialen Netzwerke beziehen, denn ich kann mir gut ein Buch vorstellen, in das deine ab jetzt nicht auf facebook und Co veröffentlichten Blogs Eingang finden. Wir müssen hingegen Pause von unserer „Pause“ des Einander- nicht – Sehens“ machen. Vielleicht im Herbst auf ein Frühstück in der Brotbar?? Christl

    1. Mah, liebe Christl, ich würde mich sooo über eine Pause von unserer Pause des „Einander-nicht-Sehens“ freuen. 🙂
      Danke für deine lieben Zeilen und deine Unterstützung!
      Die Lesungen mit dir waren ein Traum und werden mir ewig in Erinnerung bleiben!
      Bzgl. der Schreiberei, bin ich momentan etwas orientierungslos…
      Mal schauen was da aus dieser „Verwirrtheit“ entsteht ;-)!
      Herbst, Brotbar und Frühstück – genial 🙂
      Liebe Grüße Marlies

  2. Liebe Marlies. Bleib so wie du bist, einzigartig und besonders. Jeder auf seine Art und Weise. Trotz schwieriger Zeiten, fehlt einigen das Denken
    Es geht nur miteinander, nicht Gegeneinander. Es wäre zu einfach und zu schön. Ich finde es ist doch schön sich mit anderen zu freuen, U nicht Hass zu verspüren. Ein Lächeln kostet so wenig u ist soviel Wert… Ich wünsche dir das beste, viel Gesundheit und weiterhin deine Freude am Tun, u vielen mit deinen Worten u Gedanken, Freude und auch ein wenig Nachdenken weiterzugeben. Danke glg

    1. Liebe Monika! Herzlichen Dank, für die Feedback und die lieben Wünsche. Ja, ich wünsche mir auch mehr MITEINANDER, SOLIDARITÄT, VERSTÄNDNIS, TOLERANZ und LIEBE. Nicht nur schön in Sprüche verpackt sondern auch im Verhalten. Allerdings bin ich positiv über die vielen Reaktionen überrascht. Schön, dass doch einige Menschen ähnlich denken und die derzeitige Situation wahrnehmen.
      Liebe Grüße M.

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