Vertrauen – zerbrechlich wie Glas!

 

Ein Unternehmer aus meinem Freundeskreis erzählte mir letztlich von seiner Enttäuschung nach einem Vertrauensbruch. 

Ein Angestellter in seinem Betrieb hat aus fadenscheinigen Gründen in der Hochsaison die Firma verlassen. Der Firmeninhaber war aus gutem Grund ziemlich vor den Kopf gestoßen. Es gab weder Anzeichen von Unzufriedenheit, noch sonstige Vorkommnisse im Team – im Gegenteil – alles schien perfekt zu passen. 

Der Zusammenhalt und das Vertrauen in dieser Firma sind durch Offenheit, Austausch und gemeinsame Unternehmungen sehr ausgeprägt. Deshalb war dieses Verhalten eine Überraschung für alle Beteiligten. 

Aber dies war noch nicht alles. 

Nach dem Ausscheiden aus der Firma, kamen zusätzlich noch einige unschöne Dinge zum Vorschein. Beispielsweise wurde der Vertrauensbonus in dem der Zutritt zum Betriebsgebäude, sowie dem Lager, welcher für jeden Angestellten jederzeit zugänglich ist, ebenfalls schwer missbraucht. So manches hat sich natürlich „rein zufällig“ in das Auto dieses Mitarbeiters verirrt. 

Hmmm, starker Tobak.

 

Solche Vorkommnisse treffen uns alle ziemlich massiv.

 

Die Enttäuschung ist groß und man muss wohl intensiv daran arbeiten, um wieder unvoreingenommen auf andere zugehen zu können. 

 

Ich glaube jeder von uns kennt solche Situationen.

Die gibt es bekanntlich in allen Beziehungen, Lebenslagen und in allen möglichen Schattierungen.

Egal ob es sich um Kollegen, Nachbarn, Angestellte oder gar Freunde handelt. 

Besonders bitter sind solche Erfahrungen natürlich in Partnerschaften. 

Hier ist dieses zerbrechliche Glas oft schwer zu kitten und der Sprung bleibt leider lange oder gar für immer sichtbar.

Finden wir jemanden sympathisch sind wir viel eher dazu bereit, diesem Menschen das Herz zu öffnen und somit Vertrauen zu schenken.

Ja, und es heißt „Vertrauen schenken“ denn dies ist ein Geschenk.

Das sollte man sich stets vor Augen führen. 

Mit diesem wertvollen Präsent muss man achtsam umgehen.

Menschen, die von Natur aus sehr treu und loyal sind, reagieren besonders sensibel bei solchen Vertrauensbrüchen. 

Natürlich hat jeder eine zweite Chance verdient und manchmal gibt es eine Erklärung, welche nachvollziehbar ist. Dann schafft man es sogar über so manches hinwegzublicken und einen Neuanfang zu starten. 

Das Glas bleibt sozusagen unbeschädigt. 

Oft aber zeigen uns schon kleine Handlungen im Vorfeld, wie vertrauenswürdig eine Person wirklich ist. Und im Endeffekt lässt die große Enttäuschung nicht lange auf sich warten. 

Diese Erfahrungen durfte ich auch schon mehrmals machen. Wahrscheinlich geht es vielen so.

Wie kann man wieder vertrauen?

Das Vertrauen in Personen ist natürlich an Erwartungen geknüpft.

Diese werden manchmal nicht erfüllt oder gar zutiefst enttäuscht.

Deshalb ist es hilfreich, sich in solchen unschönen Situationen die positiven Beziehungen und Sozialkontakte in den Vordergrund unseres Gedächtnisses zu rücken. Außerdem sollte man sich bei neuen Bekanntschaften trotzdem auf das eigene Bauchgefühl und Urteilsvermögen verlassen.

Denn in vielen Beziehungen, ist dieses schöne Gefühl „Vertrauen“ ausgeglichen und bereichernd.

Weiters könnte man solche Enttäuschungen wirklich positiv sehen und sich selbst eingestehen, dass dies das Ende einer Täuschung bedeutet!

Die Maske ist sozusagen gefallen und man kann den Hintergrund erkennen.

Wenn das Vertrauen massiv verletzt wurde, ist es wohl die beste Konsequenz sich von diesem Menschen zu trennen. Auf Dauer dürfte dies die „gesündere“ Lösung sein.

Vertrauen ist ein wichtiges inneres Bedürfnis, nach dem wir uns sehnen.

Eine wunderbare Grundlage besteht schon darin, wenn wir uns selbst vertrauen. Dann sind wir innerlich gestärkt und schaffen es trotz Verletzungen wieder auf andere zuzugehen. 

Auch wenn man so manche bittere Erfahrung gemacht hat, ist es doch schön, wenn man die Courage findet und sich wieder in ehrliche Beziehungen begeben kann. 

Sich auf jemanden blind verlassen zu können und in jeder Lebenslage zu vertrauen – gehört zu den schönsten Erfahrungen im Leben…

Deshalb sollten wir den Mut nicht verlieren und weiterhin Vertrauen in die Menschheit sowie das Leben haben!

 

 

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2 Gedanken zu „Vertrauen – zerbrechlich wie Glas!

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