September: Schulbeginn mit Ausblick

Ja, der Sommer mit den langen Schulferien gehört nun schon der Vergangenheit an. 

Der „Ernst des Lebens“ macht sich wieder in den Häusern der Familien, welche Schulkinder beherbergen, breit. 

Das merkt ein aufmerksamer Leser der Tageszeitungen auch daran, dass man zwischen den Wahlwerbungen auch Expertenmeinungen zum Thema Bildung findet.

Eine immer wiederkehrende Thematik eines wichtigen Bereiches, in dem vieles schief läuft. 

Nach wie vor! 

Zugegeben, mir hängen nach einigen Jahren Erfahrung mit Schulkindern, Eltern, Pädagogik und dem dazugehörigen „Drumunddran“ diese Berichte schon ganz dezent zum Halse raus. 

Die Wiederholungen, Forderungen und Verbesserungsvorschläge ohne grundlegende Veränderungen begleiten mich einfach schon zu lange. 

Expertenmeinungen werden hartnäckig ignoriert – leider!

Aber: 

HURRA – ich habe es bald geschafft! Meine Jüngste kommt nun auch in die Oberstufe und ich getraue mich bereits zu behaupten, das Gröbste überstanden zu haben.

Trotzdem leide ich mit Eltern, und vor allem Kindern, die das ganze Bramburi noch vor sich haben.  

Hierzulande müssen Eltern hoffen und vertrauen, dass der Nachwuchs während der Schulzeit auf engagierte Lehrer und Lehrerinnen trifft, auf Pädagogen, welche es schaffen Interesse zu wecken, um dadurch das Feuer der Wissbegier zu entfachen. 

Die Rahmenbedingungen dazu sind nämlich sehr spärlich. Gewerkschaft sowie Politik verharren in alten Mustern und sind absolut taub für die Bedürfnisse der Kinder. Auch die Lehrpläne sind nicht gerade fortschrittlich und ändern sich kaum. 

Für mich als Mutter ist es wichtig, dass meinen Kindern ein breites Wissen vermittelt wird. 

Ja, ich weiß schon „Dr. Google“ hat auf alles eine Antwort – also wozu das Ganze? 

Ich glaube jedoch, dass ein Fundament sehr wichtig ist. Ohne grundlegende Wissensbasis können Zusammenhänge nicht erfasst werden, da hilft auch die beste Suchmaschine nichts. 

Außerdem können Interessen oft erst nach dem Reinschnuppern in die verschiedensten Materien erkannt werden. Nur das „Notwendigste“ zu unterrichten wäre meines Erachtens fatal.

Am Niveau zu schrauben um bei Statistiken halbwegs zu glänzen, sind oberflächliche Beschönigungen, deren Rechnung wir in der Zukunft präsentiert bekommen. 

Bildung hat die Aufgabe Interessen zu erwecken und ein fundiertes Basiswissen anzulegen. 

Da meine ich nicht nur das oft zitierte sinnerfassende Lesen. Denn das müsste doch nach 9 Jahren Schulpflicht sowieso ein Muss sein. Leider entspricht dies jedoch nicht der Realität! 

Das deutet auf verheerende Mängel im Bildungsbereich hin. 

Eigentlich eine Schande!

Auch den Schulmodellen in denen versucht wird das Kind mit „Weichspülerpädagogik“ zu umhüllen, kann ich nichts abgewinnen. Wenn Kinder nicht von Lehrern unterrichtet, sondern nur „begleitet“ werden, damit der Schüler selbstbestimmt machen kann was er möchte und am besten nur seinen Interessen folgt, ist das einseitig. 

Angenehm für die Begleiter, müssen sie doch nicht so viel Zeit in die Planungsarbeit investieren, denn das Kind weiß doch am besten was es machen möchte. Und auch praktisch für den Schüler, der Spaßfaktor ist groß und er muss sich nicht überwinden oder gar anstrengen um etwas zu erlernen. Wer weiß, vielleicht wäre noch ein viel größeres Interesse in einem anderen Bereich geweckt worden, hätte die pädagogische „Begleitung“ einen breiteren Rahmen gesteckt. 

Natürlich sollten Pädagogen ein Verständnis für die Schüler aufbringen und fähig sein Beziehung zu den Kindern aufzubauen. 

Das wäre die Grundvoraussetzung um diesen Beruf überhaupt zu wählen. 

So gesehen kann auch der meist angeprangerte Frontalunterricht packend und spannend sein. Diese Unterrichtsform muss nicht aus der berühmten Floskel: „Wo sind wir letztens stehen geblieben? Ach ja, Buch Seite XY. Wir machen hier weiter.“ bestehen, sondern aus Vortragenden welche als emotionale Persönlichkeiten, ihr Wissen spannend an die Kinder weitergeben.

Also Beziehungsarbeit.

So werden Menschen am besten erreicht, dabei spielt die Methode nur eine geringe Rolle. 

 

Nochmal zu „Dr. Google“. 

Ja, die Digitalisierung hat in unser Leben Einzug gehalten, darum sollte sie natürlich auch im Klassenzimmer anzutreffen sein. Jedoch eine Lösung für alle Probleme werden uns diese Techniken auch nicht bieten. 

Bildung heißt eben Wissen und das muss man sich erarbeiten! 

Schön wenn man dabei auf hervorragende „Begleiter“ trifft… 😉

Allen Schülern und Schülerinnen einen guten Start und ein lehrreiches, spannendes Schuljahr!

 

Alle Personen sind selbstverständlich in männlicher und weiblicher Form gemeint!

 

Mehr über Schulalltag, Begleiterscheinungen und Alltagswahnsinn gibt es in meinem Buch: „Mann, bist du gut, Frau!“. Bestellen unter: marlies@herbsthofer.com (Lieferung frei Haus!)! 🙂

Ein Gedanke zu „September: Schulbeginn mit Ausblick

  1. „Das Leben bildet: Wären alle Eltern so gebildet, wie sie wünschen, dass ihre Kinder es werden, es genügte, das Leben mit diesen zu teilen- und Zeit zu haben.“ (Hartmut von Hentig)

    Ich verstehe Bildung u. a. als Aufklärung, Reflexion, Emanzipation, Partizipation, Gestaltungskompetenz, Orientierung durch Denken, Wissen, Verstehen.
    … Und: als Wahrnehmung von Glück!
    „Wo keine Freude ist, ist auch keine Bildung, und Freude ist der alltägliche Abglanz des Glücks.“
    (Hartmut von Hentig)

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