Schmalspur-Begabte

Vor ein paar Tagen erzählte mir eine verärgerte Mama, dass eines ihrer schulpflichtigen und sportbegeisterten Kinder, im heurigen Schuljahr das Glück hatte auf eine Sportlehrerin zu treffen, die es bereits im ersten Semester schaffte, das einstige Lieblingsfach so zu gestalten, dass es nun zu den unbeliebtesten gehört.

Und das anscheinend nicht nur bei diesem einen Kind.

Leider hilft es dabei gar nichts, dass diese Pädagogin rein optisch zu der Spezies „JUNG, HÜBSCH, DYNAMISCH, SPORTLICH“ zählt, jedoch dies in ihrem langweiligen Unterricht nicht einzusetzen vermag. Diese Mutter meinte, ihre einzige Rettung sei, dass das Kind außerschulisch noch einem Sportverein angehört in dem ihre Leidenschaft unterstützt würde.

Ja, so kann es gehen, wenn Mann/Frau eben einen Beruf wählt, der nicht der Berufung entspricht und es dann zusätzlich auch noch an Begabung fehlt, um das Gelernte in die Praxis umzusetzen. 

Solche Menschen trifft man natürlich in allen möglichen Berufsbildern und es fällt einem meist nicht schwer die Begabteren und Motivierteren schnell zu erkennen. 

Begegne ich in einem Geschäft einem Verkäufer der eine geringe Beratungsgabe besitzt, habe ich die Möglichkeit das Geschäft oder den Verkäufer zu wechseln, dies funktioniert im Schulalltag nicht so einfach.

Außerdem ist mangelnde Begabung bei Pädagogen noch um einen Zacken schlimmer, denn sie arbeiten bekanntlich mit unseren Kindern.

Da beim Unterrichten eben die Begabung, sprich das Gespür für das Gegenüber schon sehr vorteilhaft ist, ist auch die Motivation und die Authentizität sehr wichtig. 

Kinder sind da wie kleine Spürhunde und haben ziemlich schnell den Lehrer „abgecheckt“ und erkennen sofort wie authentisch und glaubwürdig dieser ist. Ob er seinen Stoff beherrscht und sattelfest in seinem Fach unterwegs ist, oder einfach seine Unsicherheit in Machtspielchen, wie das rigorose Austeilen von Minus oder sonstigen Eintragungen demonstriert wird.

Ich glaube viele Mütter und Väter kennen diese Situationen zur Genüge und könnten sicherlich viele Erlebnisse preisgeben.

Ich finde es toll, dass diese Mutter die Begeisterung ihres sportlichen Kindes mit außerschulischen Aktivitäten aufrecht hält und wünsche ihr, dass im nächsten Schuljahr wieder eine andere Lehrerin den Unterricht gestaltet – vielleicht nicht so ein attraktives Modell aber dafür eines mit Herz und Begabung, die die Kinder begeistern kann! 

Denn solche gibt es glücklicherweise auch!!!

 

Mehr Geschichten gibt es in meinem Buch: „Mann, bist du gut, Frau!“ um € 19,90 – zu bestellen unter marlies@herbsthofer.com 🙂 

  

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