Mein Kopf – ein schwer zu überlistendes Kuriosum

 

Mah – wie und wo kann man bitte seinen Kopf wenigstens für einige Zeit ausknipsen? 

Wo sitzt dieser Schalter? 

Bei mir funktioniert das Programm „Hirn aus“ leider eher schlecht bis gar nicht. 

Der Schalter dürfte bei meiner Auslieferung, vor etlichen Jahrzehnten, einfach vergessen worden sein. Ständig drängt sich mein fleißiges Gehirn mit Fragen und Überlegungen in den Vordergrund. Die meiste Zeit stiehlt mir mein Kopf mit dem ewigen Hinterfragen. Bei einer Entscheidung muss er alles durchleuchten. Das Gesamte wird von jeder Ecke genau angeguckt. 

Das ist echt anstrengend! 

Warum kann mein Kopf nicht so funktionieren wie bei manch anderen Mitmenschen. Also Entscheidung treffen – Schalter umlegen – Erklärung dazu inhalieren und basta! So nach dem Motto: „Ich habe mir meine Vision plus Weltbild zusammengebastelt und glaube bedienungslos daran!“. Nein, so leicht macht mir das mein Schädel nicht. 

Denn es gibt ja so viele verschiedene Wahrheiten. Außerdem liegt jede im jeweiligen Auge des Betrachters. Ein Weltbild aus einem der vielen Ratgeber für ein besseres Leben, aus irgendeinem Buch der Weisheiten, kann er nicht bedingungslos integrieren. Das Bewusstsein, dass sich so manche Entscheidung auch auf die Umgebung auswirkt, ist ebenfalls präsent. Und das nicht nur im nahegelegenen Umfeld. Denn ähnlich wie sich die Wellen eines ins Wasser geworfenen Steins verbreiten, so verhalten sich persönlich getroffene Veränderungen mit unserer Umgebung. Manchmal löst dies natürlich eine gewaltige Verbesserung aus, aber leider kann dies auch negative Folgen haben.

Daher dürfte mein komischer Kopf meist etwas länger grübeln. 

Natürlich soll man auf sein Herz oder seinen Bauch hören – das mach ich auch und manchmal ist alles sonnenklar. Trotzdem kann es passieren, dass mein Gehirn wieder alles praktisch “auf den Kopf“ stellt. Zurzeit bin ich grad am Basteln meiner beruflichen Zukunft und da gibt es einige Möglichkeiten. Führe ich mir die Wege vor Augen zieht es mich gefühlsmäßig in eine Richtung – doch mein Kopf quatscht frisch und fröhlich, sowie ungefragt mit. Also ist dieses Gefühl anscheinend doch nicht so eindeutig – das muss ich meinem Kopf zugestehen!

Nachdem ich mit diesem komplizierten Kuriosum von einem Körperteil nun doch schon länger zusammenlebe, kenne ich das alles schon recht gut – und manchmal bin ich ihm sogar dankbar. Meine Rübe macht mir das Leben oft nicht leicht, aber anderseits ist die Sicherheit nach dem ausgedehnten Prüfprogramm, welches mehrmals durchlaufen wurde, auch hilfreich. Außerdem lernt man auch dazu – dann kann man nach längerer Erfahrung und vielen persönlichen Erlebnissen auch gut herausfiltern, welche Gedanken man sich wirklich ersparen kann, da sie verschwendete Energie bedeuten. 

Im Großen und Ganzen kann ich mich doch recht gut auf mein Denkzentrum verlassen und das dazugehörige Gespür geht oft mit ihm Hand in Hand….

 

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