Mein Homeoffice-Universum

So, die erste Woche in den eigenen 4 Wänden ist überstanden.

Ich muss sagen, nachdem sich diese Gewöhnungsphase erstmal im Hirn verfestigt hat, läuft es ganz gut. Grundsätzlich bin ich ja sehr gerne daheim, jedoch funktioniert das Einkaufen auf Vorrat bei uns nicht besonders vorbildlich. Daher kurve ich normalerweise doch öfter im Dorf herum. Spontaner Einsatz sozusagen. Bei der Gelegenheit schaue ich in der Firma vorbei, oder hüpf mal schnell ins Blumengeschäft meiner Freundin. An diese Umstellung musste ich mich gewöhnen.

Aber ich mag es, dass meine Kinder zuhause sind und der alltägliche Stress in den frühen Morgenstunden ausbleibt. Momentan geht es bei uns nämlich viel entspannter zu. Wir sind relativ ausgeschlafen und das heißt bei mir: Ich bin voll zurechnungsfähig! Derzeit schaffe ich es sogar, mich gleich nach dem Aufstehen eindeutig zu erkennen. Ich sehe mich im Spiegel und könnte, ohne lange zu überlegen, meinen Namen und meine Adresse – ohne zu stocken, herunterleiern. Das ist im ganz „normalen“ Alltagsleben nicht immer der Fall.

Sobald ich dann in der Küche herumwerkle, kommen die restlichen Familienmitglieder aus ihren Ecken angekrochen. Der Kaffeeduft, sowie die Aussicht auf Futter sind dabei keine unwesentlichen Faktoren.

Langsam kommt dann Leben in die Bude. 

Die Kinder sind wirklich gut mit Schulstoff versorgt und erledigen das eben daheim. 

Mein Mann ist praktisch mit seinem PC eine Symbiose eingegangen und ich muss manchmal zweimal hingucken, um die beiden in sich verschwommenen Gestalten auseinanderzuhalten. 

Ich wurschtle mit Hausarbeit dahin und natürlich schenke ich auch meinem Laptop viel Aufmerksamkeit. 

Außerdem muss unser zur Hyperaktaktivität neigender Hund bewegt werden. Das funktioniert bei uns perfekt, denn der anschließende Wald ist quasi unser Häuserblock, den wir umrunden können. Leider ist dieses Wesen rein von seiner Konstitution irgendwie anders gebaut, als die restliche Familie. Denn nachdem nicht nur ich und mein Mann nun etwas intensiver mit dem Wauzi unterwegs sind, dreht unsere Tochter auch noch zusätzlich eine Runde mit ihm. 

Das Ergebnis ist ein auftrainierter Dreikäsehoch, der jedes Mal wenn sich jemand von uns im Haus bewegt, schwanzwedelnd und in freudiger Erwartung Luftsprünge macht, da er einen erneuten Spaziergang vermutet. Hilfe, sollte der „normale“ Alltag wieder einkehren, brauchen wir einen Hundepsychiater oder gar verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel.

Aber das Allerbeste an der ganzen Situation ist der entfallende „Dresscode“. Obwohl ich vor kurzem einen Beitrag gelesen habe in dem eindringlich geraten wurde, man sollte sich auch in Zeiten von Homeoffice nicht gehen lassen und sich täglich schön herausgeputzt zum Computer begeben. Sozusagen Stil am Arbeitsplatz pflegen. Ja, wenn das jemand braucht – gerne! Ich kann darauf verzichten. Denn ich genieße das tägliche Frühstücken im Pyjama und die ausgeleierte Jogginghose darf den ganzen Tag mit mir verbringen.

Herrlich, nie nachdenken: Was zieh ich heute an? 

Meine Waschmaschine hat inzwischen Kurzarbeit angemeldet, denn der Wäscheberg reduzierte  sich in der letzten Woche deutlich.

Nachdem ich heuer am Jahresanfang eine erschütternde Dokumentation über den Umweltsünder Modeindustrie gesehen habe, lautete mein Entschluss für das heurige Jahr, dass ich mir kein einziges Kleidungsstück kaufen werde – auch nicht gebraucht!  

Aber ehrlich gesagt ist nun die Herausforderung dabei etwas flöten gegangen. 

Denn es gibt keine Gelegenheit etwas zu sehen und dann eventuell kaufen zu wollen. Also das Gefühl auf etwas verzichtet zu haben, wird mir dabei erspart. Schade irgendwie. Denn demzufolge bleibt natürlich auch der Stolz des Widerstehens sämtlicher Verführungen aus.

Vielleicht ist gerade das das Positive an der Krise – wir erkennen was wirklich wichtig ist. 

Mode dürfte es momentan nicht sein. Höchstens man pflegt wirklich einen streng selbst auferlegten „Dresscode“ bei der Heimarbeit.

Trotzdem muss ich einem Problem ungeschminkt in die Augen blicken. 

Meinen höchst dringenden Frisörbesuch konnte ich nicht mehr absolvieren.

Da meine Haare relativ schnell wachsen, wird das auf meinem Kopf ein ziemlich unbändiges Gestrüpp werden. 

Ich glaube, beim nächsten Termin muss ich sicherheitshalber meinen Führerschein als Ausweis  zur Wiedererkennung mitnehmen. 

Und liebe Fachleute seid gewarnt, mit normaler Schere geht da sicherlich nichts mehr. 

Da dürft ihr diesmal mit ordentlichem Geschütz auffahren. 

Schafschermaschine, Gartenschere und Motorsäge werden vermutlich zum Einsatz kommen.

Aber auch da bin ich zuversichtlich –  ihr werdet das schaffen!

 

Ansonsten telefoniere ich nun öfter mit meinen Eltern und halte Kontakt zu meinen Lieblingsmenschen. Auch mit unseren Freunden in Italien sind wir per SMS in Verbindung. Ihr seid unsere Vorbilder, denn euer Durchhaltevermögen ist vorbildlich. Bleibt weiterhin stark! 

Also momentan ist alles im Lot.

Ich hoffe bei euch läuft es auch, trotz allerlei Einschränkungen!?

Passt gut auf euch auf, vergesst nicht zu lachen und macht das Beste draus!

Alles Liebe 🙂

 

Falls euch fad wird, kann ich gerne mit meinem Buch: „Mann, bist du gut, Frau!“ für Abwechslung sorgen. Bestellen unter: marlies@herbsthofer.com –  um € 19,90 sende ich das Buch „frei Haus“ zu.

 

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