Kochtopf-Junkies

 

Ja, meine Tochter und ich sind bekennende Kochtopf-Junkies! 

Wir verbringen gerne Zeit in der Küche.

Außerdem kennen wir so ziemlich jede Kochsendung, die irgendwo auf diesem Erdball produziert wurde. Die Streaminganbieter müssen da schon ordentlich Material abliefern, um uns bei Laune zu halten. 

Mein Mann behauptet angesichts dieser ausgeprägten Form, wir seien nicht ganz normal. 

Am ehesten kann ich seine Aussage verstehen, wenn wir mitten in einer Sendung abbrechen und unseren Vorratsschrank durchwühlen, um das eben gesehene Gericht nachzukochen. Zugegeben dies funktioniert mal mehr und mal weniger. 

Aber es macht Spaß! 

Überhaupt, wenn wir viel improvisieren müssen, da unsere Vorräte nicht unbedingt der vorgegebenen Zutatenliste entsprechen. Wir krempeln kurzerhand alles grundlegend um. Das weckt unseren Schaffensgeist. Es wird gekocht was das Zeug hält. Beim Verkosten unserer durchgeknallten Kreationen finden sich dann auch die restlichen männlichen Familienmitglieder ein. Und dann ist man(n) sich einig, dass diese Manie auch etwas GUTES hat. Zwar nicht immer, aber doch oft.

Unseren großen Auftritt haben wir jedes Jahr zu Silvester. Da trifft sich unsere Familie und wir bekochen sie mit großer Freude und Motivation. Normalerweise sollte man ja Gästen nichts vorsetzen, dass nicht vorher wenigstens einmal ausprobiert wurde – und das gilt für die Zubereitung, sowie den Geschmack.

Das haben wir allerdings noch nie geschafft, also wird frech herum probiert und experimentiert.

Und ich muss sagen, dass es noch immer genießbar war. Nur einmal passierte etwas total ungewöhnliches – wir hatten zu wenig von der Hauptspeise zubereitet. Eigentlich völlig untypisch, denn normalerweise ist es bei uns üblich, die ersten Tage im neuen Jahr von den Resten des letzten Menüs vom Vorjahr zu leben. ;-).

Diesen Fauxpas hören wir nun jedes Jahr von meinem Sohn, der jenes „misslungene“ Essen besonders schlecht abgespeichert hat, denn er behauptet hungrig ins neue Jahr gerutscht zu sein. 

Dies ist uns seither nie wieder passiert! 

Außerdem haben mein Töchterchen und ich auch eine gewisse Aufteilung in der Küche.

Da ich nicht jene bin, die so gerne Desserts und schöne süße Köstlichkeiten herstellt, übernimmt das meine junge Küchenkollegin. Aufwendige Fitzelarbeit, die auch optisch überzeugen soll, und zwar jedes Stück, dafür ist mein Geduldsfaden leider zu kurz. Darum erledigt dies ebenfalls meine Tochter und das auch noch sehr gerne. Ich bin eher für Blechkuchen gebaut. Das geht schneller und die Chance, dass am nächsten Tag noch einige Reste vorzufinden sind, ist deutlich größer.

So gesehen ergänzen wir uns prächtig.

Aber irgendwie wäre ich gerne professioneller, denn der richtige Feinschliff fehlt mir. 

Ich bewundere die großen Köche mit ihren sensationellen Geschmackskreationen – diese Zauberer der Küche. Ich würde auch noch gerne das ein oder andere lernen, aber für diese spitzfindige, perfekte Arbeit, mangelt es mir an Krativität. Diese Künstler besitzen irgendwie außergewöhnliche Geschmacksnerven, sowie ein besonderes Verständnis für die feinen Zwischentöne – doch dazu bin ich anscheinend zu wenig talentiert. 

Also werde ich wohl als Hausfrau mit Kochambition weiter werkeln und als Kochtopfamateur enden. 

Aber das mit viel Liebe, sowohl zum Kochen – als auch zum Essen….;-)

 

Mehr „Alltagswahnsinnsgeschichten“ gibt es in meinem Buch: „Mann, bist du gut, Frau!“ – zu bestellen unter marlies@herbsthofer.com (frei Haus) um € 19,90 oder auf Amazon! 🙂

4 Gedanken zu „Kochtopf-Junkies

  1. Liebe Marlies!
    Falls Du vor hast, an Deiner Perfektion in Sachen BACKEN zu arbeiten, schicke ich Dir gerne
    meinen Schwiegervater seines Zeichens Konditormeister, vorbei!!!! Dann kannst Du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Du arbeitest gleichzeitig an Deinem perfekten Backkönnen und Dein Geduldsfaden bekommt eine Länge, die Du Dir NIE erträumt hättest……….. 🙂 🙂 🙂

    LG aus hOchstOdl gerda

    1. Ui…liebe Gerda…DANKE für dein Angebot. Aber ich befürchte dein Schwiegervater verliert angesichts meiner Ungeduld im Bereich Verzierung und Perfektion die Freude am Backen! Das wäre echt schade. Ich glaube ich bleibe bei meinem Talent „Blechkuchen“…;-)! Liebe Grüße vom Schlossberg 🙂

  2. Liebe Marlies, ich schicke dir niemanden vorbei – ich komme einfach vorbei und koste eure köstlichen Kreationen. Ich bin für alles offen!!!
    glg vom NachbarSchlossberg

    1. Liebe Maria, gerne :-)! Dass du für alles offen bist, hilft auf alle Fälle 🤪!!! Liebe Grüße retour 😊

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