Homeoffice-Universum: Woche 6

Ein überraschender Besuch!

Schon eigenartig, ausgerechnet jetzt taucht sie wieder auf…

Seit einigen Jahren war sie nicht mehr bei mir zu Gast – und nun auf einmal kommt sie daher geschneit. 

Und das noch dazu unangemeldet.

Obwohl wir momentan in einer Zeit der Ausgangssperre und des Besuchsverbots, leben.

Unerhört und unverschämt!

Ich hätte wirklich darauf verzichten können – Gastfreundschaft hin oder her!

Was soll ich machen?

Ich war sogar ziemlich unfreundlich zu ihr, aber sie lässt sich einfach nicht abwimmeln: 

Die POLLENALLERGIE ist wieder da!

Letzte Woche musste ich mich mit diesem unerwünschten Gast, so gut es ging, arrangieren.

Das waren wirklich unangenehme Tage.

Unsere Hündin ist ja bekanntlich eine ziemlich aufgedrehte Persönlichkeit und braucht täglich ihre Bewegungsrunden. 

Da gibt es kein Kneifen – was sein muss, muss sein.

Normalerweise kann ich diese tägliche „Fit-mach-mit“ Geschichte einfach einem anderen Familienmitglied umhängen.

Doch partout in dieser Zeit streikten meine Kinder, da sie eine große Menge Aufgaben für die Schule abzuarbeiten hatten.

Mein Mann, der ansonsten sehr gerne mit dem Hund unterwegs ist, musste aus zahntechnischen Gründen mit den „Gassirunden“ aussetzen. 

Denn ausgerechnet letzte Woche hatte er einen ziemlich unangenehmen Zahnarztbesuch, der ihm den „Auslauf“ ins Grüne vermasselte. 

Sein etwas einseitiger und ramponierter Gesichtsausdruck sprach Bände. 

Aber das ist eine andere Geschichte und würde nun den Rahmen sprengen…

Also musste ich trotz Niesattacken und roten Augen in die freie Wildbahn.

Ich wartete stets auf die Mittagsstunde, denn um diese Zeit ist kaum jemand im Wald anzutreffen. Diese Strategie war genial, denn ich wollte niemanden unnötige Sorgen bereiten.

Meine lautstarken Nieser könnten doch in Corona-Zeiten den ein oder anderen Waldbesucher beunruhigen. 

So nach dem Motto: „Oje, die Herbsthoferin hat es auch erwischt!“

Das Problem war, dass unsere bewegungsverwöhnte Hündin (auch eine Corona-Randerscheinung) bis zu Mittag schon so unrund war, dass man glaubte, sie sei eine Zirkus-Springmaus auf Drogen. 

Als es dann endlich soweit war, tobte sich der vierbeinige Dreikäsehoch ordentlich aus und ich begleitete ihn mit lautstarken Niesanfällen. Aber nun die offizielle Entwarnung für alle am Waldrand lebenden Menschen: Es waren weder Abfangjäger um diese Zeit unterwegs, noch zog ein Unwetter mit Donnergrollen auf – nein, das war ich.

Eine weitere Herausforderung stellte das Einkaufen mit der vorgeschriebenen MNS-Maske dar.

Denn ausgerechnet im Geschäftslokal überkam mich natürlich regelmäßig dieses lästige Jucken in der Nase, welches einen heftigen Nieser ankündigte. Da ich aber auf ein selbst produziertes Schaumbad im inneren der Maske verzichten wollte (ich hoffe Euer Kopfkino kann diesen Kurzfilm schnell wieder löschen) musste ich mir laufend, und das obwohl verboten, auf die Maske fassen. Dann konnte ich die Nase zuhalten und eine Explosion erfolgreich unterdrücken. Hinterher versuchte ich immer so schnell als möglich aus dem Geschäft zu kommen, ins Auto zu flüchten, die Maske runterzureißen, um dann wieder frisch und fröhlich drauflos zu niesen.

Schön war jedoch eine, wenn auch kleine, Veränderung im Dorf wahrzunehmen.

Das Zentrum war wieder etwas belebter und glich nicht mehr einer Geisterstadt aus einem Wildwestfilm.

Zweibeinige Individuen mit Einkaufskörben waren vereinzelt zu erblicken und die Vehikel mit den vier Rädern waren auch wieder vermehrt auf den Straßen zu sehen.

Es kam schon dem Bild des „Good-old-Kaindorf’s“ von anno dazumal nahe – also vor 16.3.20.

Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass man relativ rasch alle Menschen hinter den Masken erkennen konnte.

Innerhalb kürzester Zeit weiß man, wer sich dahinter verbirgt. 

Wer hätte das gedacht?

Und das, obwohl die Haarpracht bei den meisten Mitbürgern nicht der „Normalform“ entspricht…

 

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