Früher Vogel du nervst!

 

So, das lange Pfingstwochenende ist nun vorbei und ich bin wieder um eine Erkenntnis reicher.

Ich muss jedoch gestehen, dass diese Einsicht schon etwas länger in mir schlummert.

Es handelt sich um meinen Schlafrhythmus. Im Alltag muss ich gezwungenermaßen sehr früh aus dem Bett. 

Dies stellt für mich ein ziemliches Desaster dar! 

Eigentlich fühle ich mich um diese Zeit eher wie ein Zombie, den man grob fahrlässig aus seinem Reich geholt hat und der nun auf Kommando funktionieren muss. 

Mein Antrieb ist da leider etwas träge und meine Gehirnzellen ebenso. Das einzige Triebwerk um diese unmenschliche Zeit ist der Ausblick auf das Wochenende mit Schlaf ohne Grenzen! 

Das bedeutet für mich Freiheit, schlafen ohne vorprogrammierte Bestimmungen. Aufstehen ganz nach meinem Befinden, ohne Druck und Zwang – herrlich! 

Habe ich den Montagmorgen irgendwie geschafft, zähle ich im Geiste die Tage bis zum Wochenende. 

Darum habe ich mit größter Vorfreude dieses lange Pfingstwochenende herbeigesehnt. 

Endlich wieder mal ausgeschlafen sein und ganz ohne Wecker das Leben feiern. 

Doch nun kommt die böse Überraschung! 

Anscheinend hat sich in mein Gehirn ein fieses „WeckApp“ geschlichen, denn sobald es dämmrig wird summt ein inneres Signal in mir und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. 

Was ist da los? 

Meine Freundin hat mir erklärt, bei diesem Phänomen handle es sich um  „senile Bettflucht“ und sei in meinem Alter ganz normal. Da die Gute um grandiose 4 Jahre jünger ist als ich und dieses Kuriosum in ihrem Bekanntenkreis schon des öfteren beobachtete, stimmt mich ihre Diagnose nachdenklich.

Hmmm…befinde ich mich wirklich in diesem Alter in dem der Schlaf-Wach-Rhythmus verkürzt und verschoben ist? 

Meine Hoffnung liegt jetzt im Sommerurlaub, denn da möchte ich versuchen dieses „WeckApp“ auszubremsen und mein Schlafbedürfnis wieder meinen MIR EIGENEN Mustern anzugleichen. Sollte es mir in dieser Zeitspanne nicht gelingen, muss ich wohl oder übel meiner Freundin glauben, denn ihre Argumente sind dann nicht mehr zu ignorieren.

Ich sehe mich schon in der Morgendämmerung mein Haus putzen, den Sonnenaufgang beobachten und sobald es das Licht zulässt meine Laufrunden im Wald ziehen. Sollte dann endlich der Rest meiner Familie aus den Federn kraxeln, habe ich bereits ein atemberaubendes Frühstück auf den Tisch gezaubert und sitze anhand der bereits erledigten Dinge abgekämpft am Frühstückstisch und nerve meine Kinder mit dem weisen Satz: „Morgenstund hat Gold im Mund!“

Somit blicke ich sorgenvoll in eine Zukunft in der mein bisheriges Lebensmotto: „der frühe Vogel kann mich mal!“ in das beliebte: „der frühe Vogel fängt den Wurm!“ wechselt…und wahrscheinlich erkenne ich mich bei dieser Verwandlung bald selbst nicht mehr…

 

Mehr Geschichten gibt es in meinem Buch: „Mann, bist du gut, Frau!“ zu bestellen unter: marlies@herbsthofer.com, um €19,90 frei Haus!  🙂

4 Gedanken zu „Früher Vogel du nervst!

  1. Haha super geschrieben! Freut mich vor allem, dass ich durch den socialsunday auf meiner Seite auf deinen Beitrag aufmerksam geworden bin, ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert, denn ich erkenne mich darin an vielen Stellen wieder 😀

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

  2. hahaa…. hei du süsser früher vogel, nach welch wandlungsphase soch da vollzieht… im besten fall schiebst du es eimgfach auf den vollmond, der war just im der zeit;-)…
    und dann kannst du dir ja die freiheit zu einem gemütlichen mittagsschläfchen gönnen;-) na wenn das mal keine verheissungsvollen aussichten sind!!!

    1. 😂…ja, das hört sich gut an…aber irgendwie funktionieren Mittagsschläfchen bei mir nicht…hmmm…vielleicht lernt das mein Körper ja noch…😴

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