Die Zeit ist ein glitschiges Scheißerchen!

Die Zeit rennt und rennt!

Kaum ist der Montag um, geht es ratzfatz und der Freitag klopft an die Tür. 

Sogar ganze Jahre flutschen relativ schnell dahin.

Ich gehöre ja schon seit einiger Zeit der Spezies an, welche im September behauptet, das Jahr sei schon vorbei. 

Mein Mann widerspricht mir da immer vehement und unterstellt mir maßlose Übertreibung. 

Ich weiß, in manchen Dingen neige ich wirklich dazu Geschehnisse oder Befindlichkeiten etwas aufzubauschen. 

Manchmal auch einfach um dem Ganzen etwas mehr Pfeffer zu verleihen. 

Aber im Bezug auf September, lass ich mir das nicht anhängen.

Die paar Wochen bis zum Jahresende sind ja auch wirklich immer schnell vorbei.

Schulbeginn und das Bramburi rundherum, bis alles in seinen geregelten Bahnen verläuft – wie beispielsweise, dass das Aufstehen wieder zur Gewohnheit wird, die Busverbindungen klappen, der Stundenplan irgendwie abgespeichert ist und alle Utensilien besorgt sind. 

Ja, dann ist der September um. 

Im Oktober darf man dann noch ein paar schöne Stunden mit Sonnenschein genießen, jedoch die immer kürzer werdenden Tage zeigen uns, der Winter ist nicht mehr fern. Außerdem findet man in dieser Zeit schon die ersten Lebkuchen, sowie Nikoläuse in den Kaufhäusern und die Weihnachtswerbung gesellt sich ebenfalls dazu.

Es folgt Allerheiligen, danach Nebelwetter und schwups – der Advent ist da.

Und diese besinnliche Zeit besteht sowieso meist nur aus Hetzerei. 

Weihnachtsmärkte besuchen, Kekse backen, Geschenke besorgen, Haus dekorieren, Glühwein trinken, Krippenspiele und wenn „Frau“ ganz perfekt sein möchte wird zur Krönung auch noch das Haus auf Hochglanz geputzt. Hallo? Wie soll einem da die Zeit nicht davonrennen?

Ich glaube die einzige Waffe gegen diese ratternde Zeitmaschine ist einfach bewusst auszubrechen und manchmal auf Abwechslung zu setzen. 

Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass junge Menschen durch das Erleben von vielen neuen Eindrücken auch ein anderes Zeitempfinden haben. 

Auf viele Ereignisse freuen sie sich einfach ewig und Neues wird dann eben anders erlebt. 

Durch die große Vorfreude und das intensive Erleben hat man in jungen Jahren das Gefühl die Zeitspanne hat länger gedauert. 

Das warten auf Weihnachten, die Sommerferien, den Geburtstag, den Führerschein…

Alles war aufregend und spannend. 

Später jedoch wenn jahrelang täglich die gleichen Tätigkeiten verrichtet werden, vergeht die Zeit einfach schneller. Außerdem gibt es kaum „Neues“. Vieles ist bereits Gewohnheit. 

Deswegen habe ich im heurigen Jahr bewusst begonnen mir so manche Highlights im Alltag zu setzen. 

Ich finde das hat schon ganz gut geklappt. 

Allerdings werde ich im nächsten Jahr noch intensiver daran arbeiten, damit mir die Zeit nicht einfach so durch die Finger rinnt. 

Ganz objektiv betrachtet muss ich auch rein rechnerisch zugeben, dass ich den Großteil meines Lebens schon hinter mir habe. 

Also auf was soll ich noch warten? 

Dinge die mir wichtig sind, muss ich jetzt in Angriff nehmen. 

Ich möchte noch einige meiner Träume verwirklichen. 

Das Meer oft besuchen.

Viel schreiben.  

Gut kochen, dabei experimentieren, probieren und hinterher genießen. 

Waldläufe nur für mich allein, um mein Gehirn ordentlich zu putzen und Gedanken zu ordnen. 

Die italienische Sprache endlich perfektionieren und das sooft es geht vor Ort. 

Mehr Zeit mit den Liebsten verbringen, die mir am Herzen liegen. 

Neue interessante Menschen kennenlernen. 

Ich möchte meinen Mann zwischendurch bei den geschäftlichen Auslandsreisen begleiten, sowie bei seinen interessanten Projekten unterstützen. 

Die Zeit mit meinen Kindern intensivst inhalieren. 

Und ganz wichtig – all die guten Bücher lesen, die ich auf meiner „To-do-Liste“ habe. 

Obwohl da bin ich mir nicht sicher, ob ich das in diesem Leben noch schaffen werde…

 

 

 

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