Apulien – ein persönlicher Reisebericht

Teil 1 

Standort und Unterbringung

Nachdem wir schon seit Jahren Apulien erkunden wollten, haben wir diesen Sommer die Reise nach Süditalien in Angriff genommen.

Mit Kindern, Hund, Sack und Pack sind wir per Auto in den Stiefelabsatz gereist. 

Ich weiß, dies klingt schon ziemlich geistesgestört, jedoch sind wir gerne unabhängig unterwegs und geflogen wird nur wenn unbedingt notwendig. 

Nach circa 1000 km haben wir einen Zwischenstopp, mit Übernachtung in Termoli verbracht. 

Dies ist ein kleines Städtchen in der Region Molise. 

Hier gibt es ein Castello, einen Strand, eine Kirche und basta! 

Ach ja, vom Hafen kann man anscheinend die nahegelegenen Tremiti-Inseln besuchen, welche eine Schatztruhe für Taucher sein sollen.

Hier bekamen wir einen Vorgeschmack wie langsam süditalienische Uhren ticken.

Da wir in diesem Jahr aus terminlichen Gründen erst im August unseren Urlaub antreten konnten, hatte ich die schlimmsten Bilder von Menschenmassen in denen wir verschluckt werden vor Augen. 

Ferragosto in Italien ist normalerweise ein einziges Rambazamba, welches ich nicht unbedingt haben muss.  

Doch ich habe mich getäuscht: Apulien ist selbst im August recht angenehm.

Weder in Lecce, Alberobello, Ostuni, Matera oder in Gallipoli haben uns Menschenmassen überrollt. 

Einzig Otranto war mit Touristen etwas überladen.

Unser Standort für die nächste Zeit war Torre Chianca. Ein kleiner Ort mit Sandstrand, einigen Reihen mit Sonnenschirmen und einem Lokal am Strand.  

Das Dorf bestand quasi aus Ferienhäusern, welche aber sicherlich schon in den 60er und 70er Jahren entstanden sind. Viele waren ziemlich renovierungsbedürftig, andere jedoch recht schick.

Eine ausgezeichnete Bäckerei/Konditorei lockte mit vielen süßen, aber auch pikanten Köstlichkeiten. Diese dürften auch für meinen Zuwachs von mindestens 2 kg Körperfülle  verantwortlich sein. 😉

Zur Verpflegung war außerdem ein gut ausgestatteter kleiner Tante-Emma-Laden vorhanden.

Die anwesenden Touristen stammten fast ausschließlich aus Italien. Nach ungefähr 6 Tagen lief uns ein Franzose über den Weg. 

Eine ungewöhnliche aber durchaus angenehme Erfahrung!

Das Gemüsestandl des Dorfes hatte sehr eigenwillige Öffnungszeiten. Ich stand vor verschlossener „Plane“, denn ich habe mich auf die Zeitangaben am Eingang verlassen. Doch nach einigen Tagen habe ich die „wirklichen“ Öffnungszeiten entdeckt – nicht in angekündigter schriftlicher Form, sondern zufällig.

In diesem Ort hat eben alles seinen eigenen Rhythmus.

Meist wirkt er recht verschlafen. 

Nur in der Nacht vom 10. August – da war der Ort ziemlich munter. Gefeiert wurde „San Lorenzo“ und das ausgiebig. Dabei handelt es sich um die Nacht der Sternschnuppen. Solche konnte ich leider nicht entdecken, dafür das eine oder andere bunte Feuerwerk. Ich vermute ganz Lecce und Umgebung bevölkerten den kilometerlangen Strand. Es wurden Zelte aufgeschlagen, gerillt und einige DJs sorgten bis zum Tagesanbruch für Stimmung…

  

Torre Chianca verdankt seinen Namen einem Turm aus dem 16. Jahrhundert, den die Spanier errichteten um die Gegend vor Angriffen sarazenischer Piraten zu schützen. 

Solche Türme gibt es zahlreiche an der Küste Salentos.

Unser Ferienhäuschen, war recht klein und es trennte uns nur eine Straße zum Meer, welches auch durch Sanddünen abgegrenzt war. 

Das Haus war auf den ersten Blick eine Augenweide. Hat es doch ein Designer kreiert. Überall liebliche Kleinigkeiten und reizvolle Details. Eine geschmackvoll kreierte Wohnoase. 

Leider war dies aber für eine eingeschossene „casalinga“ wie mich nicht praktikabel. 

Die cucina sah zwar recht nett aus mit den gemauerten Regalen, alles schön in weiß getüncht, jedoch kaum Ablageflächen und ausgestattet mit bescheidenen Utensilien. Dazu war es sehr feucht in den Räumen.

Alle Kästen und Schränke waren antike Stücke. 

Sehr geschmackvoll dieser Vintage-Stil und trifft den Zeitgeist, jedoch war der muffige Gestank aus diesen Teilen nicht zu „überriechen“. 

Der Duft vergangener Zeiten hing in Gläsern, Tellern und Tischwäsche fest. 

Wahrscheinlich ist dieser Mief der Mischung aus feuchter Luft und langen unbewohnten Zeitstrecken geschuldet. 

Trotz dauerhaftem Durchlüften konnten wir den Geruch leider nicht loswerden. Außerdem war das Haus ziemlich „verplant“, es fehlte an Liegen im kleinen Garten oder beispielsweise einen gemütlichen Tisch im Freien auf dem man sich zusammensetzen konnte. Es gab sogar 3 Tische mit Sitzgelegenheit, jedoch waren diese nur für das Auge konzipiert. Saß man auf der gemauerten Bank, hatte man kaum die Chance etwas auf dem Tisch zu erreichen. Da halfen auch die schön platzierten (feuchten) Kissen nichts. 

Der Mief und die Feuchtigkeit, sowie die verplante Wohnsituation hat uns im Endeffekt auch dazu veranlasst den Urlaub früher abzubrechen und nach Hause zu fahren. 

Das Positive daran ist, dass wir dadurch nur wenig Zeit im Haus verbrachten und viel gereist sind. 

Wir haben mehr gesehen als wir ursprünglich geplant hatten und viele Eindrücke aus diesem schönen Teil Italiens mitgenommen.

Diese persönlichen Wahrnehmungen und Erlebnisse möchte ich in meinen nächsten Texten an euch weitergeben.

Fortsetzung folgt!

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